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Heuschnupfen-Medikamente - auf die Applikation kommt es an
Veröffentlicht am: Montag, 01. Mai 2006
Die Art und Weise, wie ein Medikament
eingenommen wird, hat einen
entscheidenden Einfluss auf die Wirksamkeit.
Eine aktuelle Studie einer
Wiener Forschergruppe an Heuschnupfen-
Patienten bestätigt das sehr
eindrucksvoll. In dieser Untersuchung
wurde ein Antihistaminikum - eine bewährte
Wirkstoffgruppe gegen Heuschnupfen
- in Form eines Nasensprays
(Wirkstoff Azelastin) mit einem
Antihistaminikum in Tablettenform
(Wirkstoff Desloratadin) und als Kontrolle
einem Plazebo, also einem
Scheinmedikament ohne Wirkstoff,
verglichen. Dabei war das Nasenspray
den Tabletten und dem Plazebo in
mehrfacher Hinsicht überlegen.
Wirkung bereits nach 15 Minuten
Das direkt auf die Nasenschleimhaut
aufgetragene Azelastin entfaltete bereits
nach 15 Minuten seine Wirkung:
das Jucken und das Laufen der Nase
ließen nach, die Nase wurde frei. Diese
Effekte beurteilten die Patienten nach
Verabreichung des Nasensprays sehr
viel besser als nach Einnahme der Tabletten.
Die Wirkung der Tabletten setzte
darüber hinaus erst nach 150 Minuten
ein. Mehr als zwei Drittel der Patienten
waren mit dem Nasenspray zufrieden,
was nur gut die Hälfte über die
Tabletten aussagte. Getestet wurde in
einer so genannten Pollenkammer
(Vienna challenge chamber - VCC)
des Allergiespezialisten Professor Horak
der Universität Wien. Mit dieser in Europa
führenden Untersuchungsmethode
sind erstmals standardisierte Tests mög-
lich, die eine hohe Aussagekraft haben.
An Ort und Stelle
Wirkstoffe, die über die Nasenschleimhaut
dorthin gelangen, wo die Entzündungsprozesse
bei Heuschnupfen
stattfinden, schonen den Organismus.
Azelastin richtet sich sofort auf der Nasenschleimhaut
gegen Botenstoffe,
die bei allergischen Reaktionen außer
Kontrolle geraten sind. Tabletten hingegen
kommen erst nach dem Umweg
über den Magen-Darm-Trakt an
den Ort des Geschehens, was erklärt,
warum es so lange dauert bis eine Wirkung
eintritt.
Wenn nichts mehr hilft
Etwa bei 20 Prozent aller Heuschnupfen-
Patienten mit sehr starken Beschwerden
versagen herkömmliche
Medikamente. Untersuchungen haben
gezeigt, das Azelastin gerade bei diesen
Patienten noch helfen kann, die
Beschwerden zu lindern.
Vielseitige Anwendung
Antihistaminika sind die weltweit am
meisten eingesetzten Medikamente
gegen Heuschnupfen. Azelastin ist
derzeit der einzige Wirkstoff unter den
Antihistaminika, der sowohl in Form von
Nasenspray und Augentropfen aber
auch als Tablette erhältlich ist. In
Deutschland ist Azelastin als Nasenspray
und Augentropfenrezeptfrei in
Apotheken erhältlich.