AzelastinE-News - 1/2011
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit Frühlingsblumen, sprießenden Blattspitzen und Vogelgesang kündigte sich bereits die warme Jahreszeit dieses Jahres an. Kaum einer, den es jetzt nicht nach Draußen drängt. Im Garten ausgelassen mit den Kindern toben oder nur still in der wärmenden Sonne sitzen und den Pflanzen beim Wachsen zusehen macht einfach glücklich. Selbst die Gartenarbeit kann von großer Entspannung sein. Städter zieht es mit den ersten Sonnenstrahlen zum Picknick, Fahrrad fahren, Joggen, Walken oder Skaten in die öffentlichen Parks. Doch fällt die warme Jahreszeit auch mit der Hauptblütezeit der meisten Pflanzen zusammen. Pollenallergiker kämpfen mit den lästigen Symptomen der allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) und der begleitenden Bindehautentzündung. Viele von ihnen meiden den Aufenthalt im Freien und verzichten auch ganz auf Outdoor-Sport. Doch Sport stärkt das Immunsystem und ist daher auch für Allergiker ein absolutes Muss.
In der aktuellen Ausgabe unseres Newsletters geben wir daher Pollenallergikern zahlreiche Tipps für unbeschwerten Outdoor-Sport. Damit der nächste Sommerurlaub innerhalb Europas nicht im nächsten Allergieschub endet, haben wir Informationen bereitgestellt, die bei der Auswahl eines „pollenarmen” Urlaubsortes helfen. In diesem Zusammenhang beleuchten wir auch den stark allergisierenden ölbaum. Zum Schluss klären wir eine Anfrage besorgter Eltern und blicken auf den.
Eine schöne, beschwerdefreie Jahreszeit wünscht
Ihr Newsletter - Team „Rhinitis”

Urlaubszeit - Pollenzeit in Europa
Die in Europa am häufigsten auftretenden allergisierenden Pollen können gehören zu den Gruppen der Gräser, Bäume und Unkräuter. Unter den Unkräutern hat die Brennnessel das stärkste allergene Potential, aber auch die in ganz Europa verbreiteten Glaskräuter. Der größte Teil der in der Luft schwebenden Pollen stammt von der Familie der Gräser mit mehr als zehntausend Pflanzenarten. Gräser mit dem höchsten Pollenausstoß gehören zu den höher wachsenden Pflanzen der Wiesen: Wiesen-Lieschgras (Phleum pratense), Gewöhnliches Knäuelgras oder Wiesen-Knaulgras (Dactylis glomerata), Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) und angebauter Roggen. Die Blütezeit dauert von Mai bis Ende Juli mit Höhepunkt im Juni. In den mediterranen Gebieten beginnt und endet sie einen Monat früher. Auf der Höhe des Meeresspiegels werden die Pollen etwa zwei bis drei Wochen früher ausgestoßen als in den Bergen.
Der am meisten allergisierende Baum ist die Birke, welche in den nördlichen und mittelöstlichen Gebieten sehr verbreitet ist. Die Birke blüht in Westeuropa Ende März, ein bisschen weiter östlicher Anfang April. Weiter nach Norden verschiebt sich dieser Zeitpunkt noch um einige Wochen nach hinten. Die Blütezeit dauert zwei bis acht Wochen. In Europa sind die von den Buchenartigen (Fagales) die Haselnuss und Erle die ersten, die ihre Pollen ausstoßen. Wegen der hohen Kreuzaktivität können Allergiker gegen Birke die Beschwerden bereits am Ende des Winters bekommen, wenn die Hasel zu blühen anfängt. Die Eiche blüht von April bis Mai, die Kastanie von Mai bis Juni. In den mediterranen Ländern gehören die Zypressen und ölbäume zu den häufigsten stark allergisierenden Bäumen.

Wohin verreisen?
Die Blütenzeiten der Pflanzen innerhalb Europas unterscheiden sich. Wenn Sie genau wissen, gegen was Sie allergisch sind können Sie ”Urlaub von Ihrer Allergie” machen. Planen Sie Ihren Urlaub in Ihrer ”Allergiehauptsaison” und reisen Sie in Länder, in denen Sie vor allergieauslösenden Pollen sicher sind. Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Urlaubsregionen innerhalb Europas, die für Allergiker geeignet sind.
Nordsee: Inseln und Meeresküsten sind ideal. Der tagsüber vom Meer her wehende Wind ist kaum mit Pollen belastet. Die Insel Helgoland (Deutschland) liegt rund 70 Kilometer vom Festland entfernt mitten in der Nordsee. Hier können Allergiker unbeschwert durchatmen, da kaum Pollen vom Festland her zu der Insel vordringen können. Bei den der Küste vorgelagerten friesischen Inseln (Deutschland) dagegen ist das anders: Kommt der Wind von Land, können vom Festland Pollen herangeweht werden, bei Seewind sind aber diese Inseln nahezu pollenfrei.
Hochgebirge: Das Hochgebirgsklima oberhalb von 1500 Metern ist extrem staub-, schadstoff-, pollen- und keimarm. Die Blütenzeiten sind sehr kurz. Gräserpollen sind kaum nachweisbar. Die dort ansässigen Sauer- oder Riedgräser, lösen in der Regel keine Beschwerden aus. Beifuß- und Nesselpollen kommen sehr selten vor. Baumpollen sind die meiste Zeit ebenfalls kaum nachweisbar. Birkenpollen-Allergiker allerdings sollten sich Ende Mai von den Bergen fernhalten, dann blühen die Erlen, die mit den Birken verwandt sind. Ab Ende Juni kann man gefahrlos in die Berge reisen. Auch Hausstaubmilben kommen praktisch nicht vor.
Norwegen: Die Blütezeit in Norwegen ist später und kürzer als in Mittel- und Südeuropa. Baumpollen wie die Birkenpollen fliegen beispielsweise nur im Mai. Gräser blühen von Juni bis August. Roggen wird gar nicht angebaut. Der September ist aufgrund der geringen Pollenbelastung, des guten Wetters und der schönen Herbstlandschaft ein idealer Urlaubsmonat.
Mittelmeer: In der Mittelmeerregion ist es schon im Frühling sehr trocken und es blühen kaum mehr Pflanzen. Das milde, sonnenreiche Meeresklima Südspaniens ist für Allergiker ein günstiger Urlaubsort. Ab Juni gibt es keine Belastung durch Gräserpollen mehr. Birke und Roggen kommen nicht vor. Auch ein Urlaub an der Küste Süditaliens kann für Allergiker durchaus beschwerdefrei sein. Gräser blühen nur bis Juni, Birke und Roggen kommen nicht vor. Der meist vom Meer wehende Wind ist so gut wie pollenfrei und verhindert, dass Pollen aus dem Landesinneren zur Küste vordringen. Zudem finden sich beispielsweis in Kalabrien viele Thermalquellen, die Menschen mit chronischen oder allergischen Erkrankungen der Atemwege Erleichterung verschaffen können.
Informieren Sie sich bei Ihrer Urlaubsplanung dennoch immer über die Pollenflugsituation in ihrem Urlaubsland. Nehmen Sie immer ausreichend antiallergische Medikamente mit auf die Reise und verteilen Sie sie möglichst auf mehrere Gepäckstücke, falls mal ein Koffer verloren geht. Sollten Sie dennoch vor Ort ein Medikament benötigen, steht Ihnen beispielsweise mit dem Antihistaminikum Azelastine ein Nasenspray zur Verfügung, das innerhalb von 15 Minuten gegen alle Symptome der allergischen Rhinitis wirkt (die Augentropen wirken innerhalb von 3 Minuten gegen die Symptome der begleitenden Konjunktivitis). Es reicht, wenn Sie es dann anwenden, wenn sie bereits Symptome verspüren. Sie können es aber auch prophylaktisch anwenden. Azelastine ist in fast jedem Land innerhalb Europas erhältlich. Fragen Sie in der nächsten Apotheke danach.

Steckbrief: Echter ölbaum (Olivenbaum) (lat: Olea europaea)
Familie: Oleaceae
natürliches Vorkommen: Mittelmeergebiet, Naher Osten, Südafrika.
Der Olivenbau ist heute ein wichtiges Element der mediterranen Vegetation und Kulturlandschaft. Bereits seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. wird er als Nutzpflanze kultiviert. Die 10 bis 20 Meter hohen Bäume wachsen auf Plantagen und in Wäldern sowie als Büsche an trockenen, felsigen Orten und gedeihen bei Jahresmitteltemperaturen von 15 bis 20°C und Jahresniederschlägen 500 bis 700 mm am besten. Sie können hohe Hitze ertragen, leiden aber leicht durch Frost in kalten Wintern. Der Olivenbaum kann mehrere hundert Jahre alt werden. Seine grüngraue, glatte Rinde wird im Alter zu einer rissigen Borke. Die spitz nach vorne zulaufenden kleinen Laubblätter des immergrünen Baums haben eine graugrüne Blattoberseite und eine silbrig glänzende und grau gefärbte Blattunterseite mit kleinen Härchen, die die Wasserabgabe des Baumes vermindern.
Olivenbäume blühen von Ende April bis Anfang Juni, die Blüte kann aber auch schon im Januar beginnen. An den rispigen Blütenständen stehen zwischen 10 und 40 Blüten. Nach der Befruchtung wird eine einsamige Steinfrucht, die Olive, gebildet. Sie ist wegen ihrer Bitterkeit roh nicht genießbar und muss in Salzlake eingelegt werden. Die Pollen des Olea europaea sind eine der wichtigsten Ursachen für eine saisonale allergische Rhinitis und Rhinokonjunktivitis im Mittelmeergebiet. In Griechenland sind mehr als 37 % der atopischen Personen auf Oleaceae sensibilisiert. Es wurde eine hohe Kreuzreaktivität zwischen Olivenbaum, Esche und Liguster sowie allen Mitgliedern der Familie Oleaceae beobachtet.

Tipps vom Experten:
Heute - Heuschnupfen und Outdoor-Sport
- Als Pollenallergiker sollten Sie die Blütezeiten der Pflanzen bei ihrem Sportprogramm berücksichtigen. Dabei kann ein Blick auf die lokale Pollenflugvorhersage helfen.
- Die Pollenbelastung ist morgens niedriger als am Abend, daher sollten Sie nach Möglichkeit sportliche Aktivitäten in die Morgenstunden verlegen.
- An warmen, sonnigen, trockenen und leicht windigen Tagen ist die Luft besonders pollenreich.
- Sport nach einem säubernden Regen ist ideal für Pollenallergiker.
- Ist die Pollenbelastung zu hoch, verlegen Sie den Sport besser ins Fitness-Studio, die Turnhalle oder ins Schwimmbad.
- Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit an der Wasseroberfläche werden die Atemwege nur wenig gereizt. Auf offenen Gewässern ist die Pollenbelastung nur gering. Wassersportarten sind daher gute Alternativen.
- Baum- und Gräserpollenallergiker sollten Sport an Feldern und Wiesen meiden.
- Fangen Sie langsam an. Wenn Sie sich wohl fühlen können Sie die Belastung nach und nach steigern.
- Setzt beim Sport Fließschnupfen ein, kann ein Nasenspray, z.B. mit dem Antihistaminikum azelastine innerhalb von 10 bis 15 Minuten Erleichterung verschaffen.
- Die Augen können durch eine verdunkelte Sportbrille geschützt werden. Augentropen mit dem Wirkstoff azelastine beispielsweise können auftretende Symptome einer Konjunktivitis innerhalb von 3 Minuten lindern.
- Wenn sich die Allergiebeschwerden während des Trainings deutlich verschlimmern heißt es: aufhören!
- Bei stärker werdenden Symptome und abnehmender Leistungsfähigkeit sollte ein Allergologe zu Rate gezogen werden, denn Heuschnupfen kann in Asthma übergehen.
- Nach dem Sport sollte die Sportbekleidung sofort ausgezogen und gewaschen werden. Duschen und Haare waschen sind ebenfalls ein Muss.
- Putzen Sie ihre Brille, auch sie ist ein Pollenfänger.
- Wäsche nicht im Freien trocknen, da sich Pollen anlagern könnten.

Fragen allergiegeplagter Menschen:
Mein Mann und ich sind Allergiker. Werden auch unsere Kinder an Allergien leiden?
Obwohl die Neigung zu Allergien familiär bedingt ist, müssen die Kinder allergiekranker Eltern nicht das gleiche Schicksal erleiden. Haben beide Eltern Allergien, liegt das Allergierisiko der Kinder bei über 30%; ist nur ein Elternteil betroffen, liegt das Risiko bei 20%. Aber nicht jeder der genetisch vorbelastet ist, muss auch zwangsläufig zum Allergiker werden. Umgekehrt entwickeln etwa 15% aller Kinder, die nicht genetisch vorbelastet sind, trotzdem Allergien. Der Grund hierfür: Bei der Entstehung von allergischen Erkrankungen spielen auch der Lebensstil und die Umwelt eine große Rolle. Die meisten Allergien bei Kindern manifestieren sich zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr.
Alles Gute für Ihre Familie wünscht Ihre Redaktion!